Dass das Internet gigantisch ist - und damit ein gigantischer Werbeabsatzmarkt - begreifen zunehmend auch die Giganten der Konsumwelt.
Warum also sein Geld für kurze Werbespots im Fernsehen verschwenden, wenn sich im Internet eine ganze Welt aufbauen lässt, dachte sich nun der US-Getränkehersteller Anheuser-Busch Companies (bekannt etwa durch Budweiser) und gründete prompt eine Internetplattform namens bud.tv. Der Name ist Programm im wahrsten Sinn des Wortes. Eine gigantische Internetplattform rund um die alkoholischen Getränke, aber frei von offensiven Werbebannern, Werbespots und Werbemails.
Das Ziel des Unternehmens ist es, in den Usern mit der Marke Bud eine Assoziation zu Coolness und Spaß aufzubauen. Der Angst der Kritiker, die Webseite, die trotz allem ja für alkoholische Getränke wirbt, könne auch für minderjähriges Publikum Tür und Tor offen stehen, kam man entgegen, indem eine vorhergehende Registrierung mit Angabe des vollständigen Namens und des Alters unumgänglich ist. Erst danach kann die Plattform betreten werden.
Eine freundliche junge Dame führt sodann durch die Inhalte der Seite, die zurzeit nur aus einer riesigen Ansammlung von Trailern besteht, welche Filme und Shows geplant sind. Die Auswahl ist groß, die Vielfalt erinnert an MTV. Reality-Shows, Vorher-Nachher, Doku-Soaps, Cartoons usw, sowie eine Auswahl an Mitmach-Programmen, die zur aktiven Teilnahme auffordern und mit riesigen Preisen winken. Etwa „Finish our movie": Hier werden Anfang und Ende eines Films gezeigt, der User ist nun dazu aufgefordert, einen Mittelteil zu verfassen. In der Hoffnung, dass nun viele tausend Einsendungen kommen, wird die beste ausgewählt und der Sieger darf in Hollywood selbst Regie bei seinem Meisterwerk führen.
Es soll außerdem die Möglichkeit geben, die Inhalte der Seite internet-unabhängig auf dem Desktop zur Verfügung zu haben und außerdem, eigene Kurzfilme auf der Seite zu präsentieren.
Da sich, wie gesagt, bislang nur Trailer auf der Plattform finden, darf man auf die Zukunft gespannt sein. Eines wollen wir aber nicht aus den Augen verlieren: Allein in Deutschland gibt es 1,8 Millionen Alkoholkranke und über 7 Millionen Suchtgefährdete, was in über 40.000 Todesfällen im Jahr endet (netdoktor). Wieweit ist eine derartige, auf junges Publikum ausgerichtete Webung ethisch vertretbar - unter diesem Blickwinkel?