Silvester ist vorbei. Wie jedes Jahr. Und wie jedes Jahr wurde mit großem Trara und vielen Knallern und hübschem Feuerwerk das alte, schlechte Jahr verabschiedet und das neue, bessere Jahr begrüßt.
Die Knaller, auch Piraten genannt, sind bei manchem heiß begehrt, bei manch anderem verhasst wie ein Magengeschwür. Jahrein jahraus appellieren Gesundheitsberater an die Bevölkerung, um auf die Gefahren der scheinbar harmlosen Kracher aufmerksam zu machen. Die Medien unterstützen dies, wo es nur geht und bringen in großen Schlagzeilen die traditionellen Unfälle von jährlich durchschnittlich 200 (meist Jugendlichen) Personen.
Was dabei herauskommt...? Nichts vermutlich, sonst hätte sich doch gewiss etwas geändert. Hielte man sich an die Empfehlungen, keine Knallkörper auf Lebewesen abzufeuern, bis zur Explosion in den Händen zu halten oder sonstiges, gäbe es ja keine Unfälle mehr.
Doch dass die Wahrheit anders ist, zeigte auch dieses Silvester wieder, die Zeitungen berichteten wieder und im nächsten Jahr wird auch nichts anders sein.
Oder?
Einen guten Anfang machte eine kleine, aber feine Werbekampagne der Wiener Städtischen, die nur leider im Trubel der Nachweihnachtszeit völlig unterging und auch mehr als kleiner Scherz betrieben wurde.
Frei nach dem Motto „wozu mehr bezahlen, wenn ich weniger brauche" war in einigen Schaufenstern der Modekette Jones in Wien ein neues Designerstück zu bewundern: hübsche rote Handschuhe mit drei Fingern. Denn wenn ich nur drei habe, wozu fünf kaufen? Und beim Spiel mit den Böllern kann das nun einmal leicht passieren. Unterstützt wurde die Kurzzeitkampagne durch einige TV-Spots, die am 30. und 31. Dezember 2006 ausgestrahlt wurden.
Natürlich ist die Idee gut. Doch frage ich mich, wieso eine derart einfache und günstig umzusetzende Idee erst von einer österreichweit bekannten Werbeagentur erdacht und ausgearbeitet werden musste, um dann auch noch völlig sang- und klanglos wieder Abschied zu nehmen? Wieso musste man diese behandschuhten Auslagen suchen wie die berühmte Nadel im Heuhaufen, statt sie sich immer wieder vor die Nase gehalten zu bekommen? Wenn eine Kampagne, die derart kurzlebig ist, Aufmerksamkeit erregen will, muss sie präsenter sein, besonders wenn derart große Namen zusammenarbeiten.
Nehmen wir, um einen weiteren Gegenwartsbezug herzustellen, die Excalibur City: Ein Riesenfeuerwerk im wahrsten Sinn des Wortes, das noch tagelang präsent war und ebenfalls auf die Gefährlichkeit von Feuerwerkskörpern hingewiesen hat. Wobei das natürlich außer Konkurrenz steht, war ja nicht beabsichtigt....aber so etwas sorgt bekanntlich für den meisten Rummel.
Quellen: www.derstandard.at, www.artnet.de