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A million Penguins
Insights/Mixed Stuff


phil.jpg„Es gab keine Möglichkeit heute einen Spaziergang zu machen" war der erste Satz einer Geschichte. Einer bestimmten Geschichte, die vielleicht mal Geschichte schreiben wird.
Der Buchverlag „Penguin", der normalerweise preiswerte, englischsprachige Klassiker anbietet, hat auf Basis des altbekannten Web 2.0-Schemas eine kleine Projektstudie gestartet.
Die Web 2.0-Applikation Wikipedia zum Beispiel zeigt uns, dass alles um einiges schneller weitergeht, wenn mehrere Leute an einem Text arbeiten können. Dieses Prinzip scheinen auch alle begriffen zu haben, außer die Berufsgruppe der lieben Buchautoren, diese schreiben nach wie vor alleine ihre Geschichten.
Penguin wollte scheinbar auch das letzte 2.0-abstinente Gebiet bekehren und startete ein Online-Buch. Jeder Internet-Benutzer mit halbwegs erträglichen Englisch-Kenntnissen durfte an dem Buch mitschreiben, das Genre und den Plot ändern und Charaktere sterben lassen, ohne Hierarchie der Autoren die Geschichte fortführen.
Nach den ersten paar Tagen war schon der Server-Platz zu klein und musste vergrößert werden, tausende von Pseudo-Autoren registrierten sich und die Zugriffe auf die Website schossen in Porno-Seiten-Höhe.
„A million Penguins" heißt das Projekt und ist auf gleichnamiger Website zu finden. Noch bis zur nächsten Woche kann man mitschreiben.
Leider zeigt die Geschichte keine hauptsächliche Handlung auf. Die Genres die dieses Buch umfasst reichen von Thriller über Erotik-Krimi bis zu etwas Komödien-haftem, Poetischem. Eine Story sucht man leider vergeblich.
Als das Chaos am größten war, die Geschichtsstränge kaum mehr zu bändigen, unterteilte man das Buch in viele verschiedene Bücher, an denen man ebenfalls weiter schreiben konnte.
Leider funktionierte auch das scheinbar nicht richtig. Die Frustration in der Schreiber-Gemeinde wurde immer größer, jeder stellte sich etwas anderes unter dem fertigen Werk vor, keiner bekam philhome.jpgwas er wollte.
Mit diesem kleinen Experiment sei bewiesen, dass Web 2.0 nicht immer funktioniert, viel zu wichtig genommen wird und überhaupt schon nervt.
Die gute Nachricht ist aber: Penguin bekam ein bisschen Aufmerksamkeit, hat aber nicht vor (von Anfang an nicht) das Roman-Wiki als Buch zu veröffentlichen und nachdem die Chinesischen Textpassagen heraus gelöscht und die vielen Bananen (Jawohl.) gebannt waren, hat die Psychologie wieder ein Werk mehr an dem man irgendetwas analysieren kann.
Meiner Meinung nach war dieses Projekt von vorn herein zum scheitern verurteilt, schade nur, dass ich Recht hatte.

Quelle: http://www.amillionpenguins.com/wiki/index.php/Main_Page

http://thepenguinblog.typepad.com/




Alte Hosen am Fuß (für die Umwelt natürlich)
Insights/Products


 

Sandalen 2.0Immer dann, wenn der Wirtschaftsmotor brummt und wir weniger als sonst Angst haben müssen, dass unser Job von heute auf morgen von einem hungrigen asiatischen Kind für zwei Dollar im Monat erledigt wird, dann gönnt uns unser Hirn ab und dann auch mal den einen oder anderen neuronalen Impuls, der Gedankengänge jenseits von Ängsten der materiellen Existenzerhaltung ermöglicht. So ist es kein Wunder, dass sich neben dem Handel auch der Umweltschutzgedanken nach langer Zeit wieder einer Hochkonjunktur erfreuen darf. So kommt es, dass derzeit sogar die deutsche Bild-Zeitung die Welt retten will, während die Selbige noch von ein paar Jahren auf die Ökosteuer zu hupen pflegte. Die Bild-Zeitung rettet die Welt

Ein britisches Unternehmen mit rund 70 Mitarbeitern namens Softwalker Ltd., das vor allem auf die Produktion von orthopädisch vorteilhaften Sandalen für Frauen spezialisiert ist, hat nun die Zeichen der Zeit erkannt und eine dementsprechende Kampagne gestartet. Die Aktion recycleyourjeans.com gibt nämlich alten Hosen eine zweite Chance. Fei nach dem Motto „turn your blue jeans into green sandals" kann jede (die momentane Produktpalette umfasst bloß das weibliche Geschlecht, an jener für Männer wird noch gearbeitet) ihre Jeans dem Unternehmen zuschicken und sich daraus für 45 Pfund fußfreundliche Sandalen machen lassen - das Angebot gilt allerdings nur in Recycle your jeans!Großbritannien.

Geworben wird dabei ausdrücklich mit Umweltargumenten: Mit dem Textilrecyling werde an Pestiziden, Düngemitteln, Chemikalien zur Verarbeitung sowie an Energie und Wasser gespart, zudem käme es nicht zu den weiten Transportwegen wie bei anderen vergleichbaren Produkten, die zu 99 Prozent im dem fernen Osten produziert werden, wie man bei Softwalker argumentiert. Zudem sprächen für die Sandalen natürlich der Tragekomfort sowie auch orthopädische Vorteile.

An der Zielgruppe von recycleyourjeans dürfte es bei solchen ProdukteigenschaftDer Klassiker: Die Birkenstock Sandaleen nicht mangeln. Umwelfreundlich, personalisiert, bequem und mit positiven Gesundheitsaspekten zu einem stolzen Preis - derartige Attribute verpackt in einem Produkt mit der damit verbundenen Dienstleistung schreien ja beinahe förmlich danach, von geneigten Bobos gekauft zu werden. Die durchschnittliche Leserschaft der Bild wird allerdings wohl eher des Sandalenangebots in der Wühlkiste von Aldi begnügen.

 Gefunden auf: recyleyourjeans.com




Coke Zero- Nur für Männer
Insights/Products


salute3.jpg „Wie fühlt man sich, wenn man der schönste Mann im Raum ist?" So etwas lässt man sich sicher gerne von einer freizügigen Französin fragen und im Coke Zero Zeitalter muss man dafür nicht einmal reich oder gutaussehend sein.
Lange habe ich mich gefragt, was an Coke Zero jetzt eigentlich so neu ist, eine Version ohne Zucker gibt es von Cola ja immerhin schon. Jetzt ist das Geheimnis endlich gelüftet, durch diese witzige Marketingidee.
Auf der neuen, echt maskulinen Website von Coke Zero gibt es jede Menge Spiel und Spaß, aber nur für Männer. Warum? Coke Zero ist das männliche Cola light. Um diese Neuigkeit zu verbreiten startete die Coca Cola Company ein Gewinnspiel. Wie auch schon bei Coca Cola und Coca Cola light findet man auf jeder Flasche Coke Zero einen Code. Soweit nichts besonders. Dieser kann nun aber auf einer eigenen Seite, also nicht myCokeMusic.at , eingegeben werden, um diesen gegen wahrlich männliche Prämien einzulösen. Statt dem myCokeMusic.at System, wo mit Codes unterschiedliche Mengen an so genannten Coins gewonnen werden und diese dann beliebig für iTunes Songs, Handyspiele und ähnliches eingelöst werden kann, gibt es für die Codes von Coke Zero Sofortgewinne. Neben sofort zu gewinnenden salute.jpg20.000 iTunes Songs und Handy-Hintergründen mit viel nackter Haut, gibts PSP- & PlayStation 3 Games und Konsolen zu gewinnen. Also wahrhaft männliche Preise.
Passt einem der gewonnene Sofort-Preis gar nicht in den Kram, so gibt es nun die Möglichkeit zu „motzen". Auf gut Glück kann man die Software, die hinter der Website steckt, anstänkern und darauf hoffen, dass diese einem einen besseren Gewinn zuteilt. Nachdem der Benutzer hier alles auf eine Karte setzt, kann es natürlich genau so passieren, dass man letztendlich überhaupt leer ausgeht.
Neben den Codes auf den Coke Zero Flaschen gibt auch noch Rubbel Lose, die auf Events oder in Bars ausgegeben werden sollen. Freigerubbelt enthalten auch diese wieder einen Code, mit dem sich aber andere, mindestens genauso männliche Überraschungen freischalten lassen: 10 Playboy Abos, 25 Halbjahresvorräte von Coke Zero und schließlich eine 2 wöchige Australienreise für 2 Personen lassen Männerherzen höher schlagen.
Die ganze Aktion ist eingebettet in einer Flash-lastigen Website mit viel schwarz und einer guten Portion Macho- und „Gangster"-Gehabe. Man will der Zielgruppe, dem „richtigen Mann", eben das saltue2.jpgGefühl geben, sich verstanden zu fühlen, in all seinen Wünschen. Das wird spätestens dann klar, wenn die kesse Französin aus dem Screensaver, den man kostenlos von der Website herunter laden kann, den Benutzer fragt ob sie ihn anstarren dürfe, weil er doch trainiert hätte, ob er wisse wie all die Frauen im Raum ihn nennen und wenn sie schließlich sogar den Bildschirm von innen zu putzen beginnt. Politisch korrekt ist das wohl nicht und passt somit herrlich ins Konzept dieser Werbeaktion. Denn wer will das schon, wenn man die Auswahl zwischen political correctness oder tanzende Gestalten mit der Möglichkeit zum eigenen-Foto-hochladen (und zum Blamieren seiner Freunde), „Schnecken checken" & der eben erwähnten Französin, hat?
„Wo-ran dengst du geradde? Fuzzball? gutt!" *schelmisches Lächeln*

Quelle: www.cokezero.at




Creativespace
Insights/Mixed Stuff


logo.jpgDer neue Trend in der österreichischen Wirtschaft ist die Kreativität. Neue Ideen müssen her und besseres Design. Kreativität wird zum Marketing-Scherz.
Leider versteht jeder etwas anderes unter Kreativität. Für die einen bedeutet es, etwas genau so machen, wie jemand anderer, bei dem es schon funktioniert hat, aber eben anders. Bei dem anderen ist es das gleiche was er schon seit Jahren hat nur moderner.
Selten sagt der Kunde: "Zeig mir etwas nie da-gewesenes", denn das ist ein großes Risiko und kostet Geld. Seit wann ist kreativ sein gleich zu setzen mit modisch sein? Sollte dabei nicht eher eine Mode neue erfunden werden, wenn überhaupt? Aber wem erzähl ich das.
Ich wollte damit ja eigentlich nur ausdrücken, das Kreativität zum Mode-Wort mutiert ist. Kreativ ist in.
Ganz in diesem Sinne hat die Wirtschaftskammer Wien eine Plattform für kreative Wirtschaft auf die Beine gestellt.
Creativespace.at heißt die Website und sie ist eine Mischung aus einer Open-BC-ähnlichen Kontakte-Knüpferei und einer Jobsuche-Plattform, aber ausschließlich für kreative Job-Suchende und nicht kreative Job-Bietende.
Besondere Features der Seite sind zum Beispiel die Möglichkeit zur multimedialen Präsentation. Jeder Benutzer hat ein Profil mit Beschreibungstext und Foto und die Möglichkeit einige seiner Werke im Detail zur Schau zu stellen. Sei es ein Bild, ein Film oder eine Audiodatei, alles ist möglich.
web.jpg Laut Angaben der Wirschaftskammer Wien suchen immer mehr Wirtschaftsunternehmen nach kreativen Köpfen und guten Designern. Creativespace.at soll eine Basis für beide bilden. Kreative können im Menü-Punkt Marktplatz nach Angeboten suchen und Unternehmen können Angebote stellen. Außerdem gibt es den Creativepool in dem man in verschiedenen Kategorien die Profile der Kreativen findet. So kann man sich gleich dort einen passenden Partner aussuchen.
Neben diesem äußerst praktischen online-Kuhhandel, gibt es auch noch online Terminlisten, für die wichtigsten Wettbewerbe für junge Kreative, Förderungen, Messen und Veranstaltungen, Informationen für Jungunternehmer und Berichte über vergangene Projekte. Sogar über Kinofilme findet man etwas auf dieser Website, aber nur wenn sie etwas mit dem Thema zu tun haben, wie zum Beispiel der Film zur Schrift „Helvetica".
Ein online Paradies also für Kreative und alle die welche suchen.
Besonders erfreulich ist auch die Link-Sammlung. Hier finden Kreative die wichtigsten Ausbildungsstätten, sortiert nach Bundesland, übersichtlich auf einen Blick.
Links zu diversen Design-Initiativen und Präsentationsorten wie Museen u.a.
Das Design der Website entspricht ganz dem im Moment gängigen Trend, sie ist recht übersichtlich und bodenständig. Einzig und allein die viel zu schnell wechselnden Fotos auf der Hauptseite sind anstrengend zum zusehen, sie irritieren zumindest mich.
Zum Auftakt schaltete die WKO eine Anzeige über die ganze Titelseite der Samstagsausgabe des „Standards", mit wilden Ornamenten und vielen Farben.
Ansonsten bin ich gespannt, ob die Seite bei Kreativen und Wirtschaft gut ankommt und wünsche viel Glück.
Quelle: http://www.creativespace.at



Deezer - nie mehr musik kaufen
Insights/Products


deezer.jpgJahrelang haben wir uns über urheberrechtliche Ausschweifungen der Musikindustrie geärgert. Über das Digital Rights Management, dass sie auf Musik-CDs und Online Musik gelegt haben, die Erschwerung des Mp3-Player-Kaufs weil es wiedermal Probleme mit der Kompatibilität gibt, die immer teurer werdenden Songs im Online-Geschäft.
Und haben Sie schon von der Idee gehört, das Abspielen dieser DRM-geschützten Musik nicht nur auf eine gewisse Anzahl von Geräten zu limitieren, sondern auch auf die Male die Lieder abgespielt werden?
Musikliebhaber weinen bei diesen nicht unrealistischen Gerüchten und verlautbaren früher war alles viel besser. Der Musikindustrie machte das aber wenig aus, denn sie verdiente gutes Geld mit ihrem neuen Konzept.
Es gibt aber auch schon Organisationen die sich gegen dieses System wehren. Die gab es natürlich schon immer, aber so stark wie heute waren sie wohl noch nie. Die Firma Apple Inc., zum Beispiel, brachte vor kurzen DRM-freie Lieder in ihren iTunes Store. Natürlich etwas teurer als die DRM-geschützte Musik, aber dafür auch in besserer Qualität.
Man kann den Trend zu Anti-DRM deutlich erkennen und scheinbar hat auch die Musikindustrie begriffen, dass Online Musik und DRM nicht wirklich etwas zum Rückgang der illegalen Musikdownloads beitragen.
Jetzt gingen zwei mutige Männer noch weiter. Daniel Marhely und Jonathan Benassaya erfanden eine Online-Jukebox, die genau die Lieder abspielt, die man gerade hören will.
„On Demand Music" könnte der neue Trend werden, ein Radio im Internet, das ja eigentlich nichts Neues ist, das aber genau die Songs spielt die man hören will.
Es gab schon einige Versuche etwas ähnliches zu machen, es scheiterte aber meist an den Rechten.
Scheinbar haben die Leute von Deezer einen wunden Punkt bei ihrem Publikum getroffen. Erst kürzlich ging die Website online und schon in den ersten Tagen war der Server überlastet und verweigerte dem einen oder anderen geneigten Hörer den Zugriff.
Der Musik-Service von Deezer ist absolut gratis und bietet ein breites Spektrum an Musik aus allen Genres. Ein weiteres Feature gibt es für registrierte Benutzer, sie können sich unendlich lange Playlists zusammenstellen, Songs mit anderen Registrierten „teilen" und in einem Forum diskutieren.
Deezer zeigt auf der Hauptseite die Top 10 Titel aus verschiedenen Genres an und will laut eigenen Aussage neue Talente fördern und bekannt machen.
Der Service wird augenscheinlich durch Werbung finanziert und hat für die Benutzer keine Nachteile, außer, dass er nur Online verfügbar ist.
Nur sind wir nunmal eine Gesellschaft, die mit immer mehr Wlan-Punkten überall in der Stadt und Breitband-Internet ohne Download-Beschränkungen, mobilen Datenkarten für unterwegs und Internet am Handy, darauf aus ist dauer-online zu sein. Und somit kann und will ich nicht glauben, dass das den Erfolg des On-Demand-Radios senkt. Deezer ist einfach cool.





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