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1-18-08
Insights/Campaigns


1-18-08Warum sind Waschmittelwerbungen eigentlich so extrem langweilig? Richtig - weil man die Dramaturgie jedes Mal sofort durchschaut. Auf „Hoppla, ein Fleck!" folgt „herkömmliches Waschpulver wirkt da nicht" und endet schließlich mit „zum Glück gibt´s jetzt XYZ Ultra". Als Bonus winkt dann bestenfalls noch ein Epilog in Form von „Danke Mami, das hast du super gemacht!" Aber was soll´s, Waschmittelkäufer und -käuferinnen wollen sich nun einmal in ihrer Kaufentscheidung auch „wissenschaftlich" bestätigt sehen - schließlich wird dies ja regelmäßig an der Zielgruppe abgetestet.

Kreativer geht es da schon am Entertainmentsektor zu. Schließlich rechnet bei einem Kinobesuch niemand mit einem praktischen Mehrwert; wichtig ist nur, dass der Film unterhält. Und dass das schon passieren kann (und soll!), noch lange bevor dieser überhaupt noch in den Kinos läuft, zeigt momentan Hollywoods Allround-Kreativer J.J. Abrams vor. Mit der viralen Kampagne zu seinem ominösen „01-18-08-Projekt" wird nämlich genau das Gegenteil gemacht wie bei einer langweiligen Durchschnittswaschmittelwerbung. Statt vorhersehbare Antworten zwecks Beeinflussung der Kaufentscheidung wirft diese bloß die Frage auf: Was mag da dahinter stecken?

 

Rätselhaft ist da bereits der veröffentlichte Kinotrailer, der Video-Aufnahmen einer Abschiedsparty für einen Mann, der offenbar Rob heißt, in einer New Yorker Wohnung zeigt. Dem folgen apokalyptische Szenen - optisch umgesetzt in einem wackeligen Trash-Style, wie man es bereits aus dem legendären „Blair Witch Project" kennt. Abschließend weist lediglich der Wortlaut „am 18.1. 2008 im Kino" darauf hin, dass es sich dabei vermutlich nicht um Privataufnahmen handelt. Welche Celebrities daran mitwirken oder wie der Film auch nur heißt (vermutlich „Cloverfield"), wird dem Publikum vorenthalten.

 

Das hat bereits in der Fachpresse zu heftigen Spekulationen geführt, wobei es sich darum handeln J.J. Abramskönnte. Bei den Paramount-Studios schweigt man sich darüber jedoch aus. Immerhin die Filmwebsite IMDB.com meint zu wissen, dass der Streifen einen Monster-Angriff auf New York zum Inhalt hat, der vom Standpunkt einer Handvoll Menschen erzählt wird. Trotzdem scheinen die Produzenten des angehenden Blockbusters gleichzeitig alles zu tun, um das Publikum mit enigmatischem Getue neugierig zu machen. So verbot man beispielsweise amerikanischen TV-Sendern die Ausstrahlung des Trailers und ließ auf YouTube veröffentlichte Handy-Mitschnitte sperren.

 

Noch fraglicher allerdings ist, wie die Website 1-18-08.com zu verstehen ist - wenn sie das überhaupt ist. Dort sind Bilder des Trailers zu sehen, die layouttechnisch so am Bildschirm präsentiert werden, als wären es zufällige Party-Schnappschüsse, die mal eben jemand auf den Tisch geschmissen hätte. Klickt man die Bilder an und hält dabei die Maustaste gedrückt, lassen sie sich auch verschieben und man kann Slushogleichsam wie ein Detektiv in der privat erscheinenden Fotosammlung herumwühlen, um vielleicht versteckte Hinweise zu entdecken. Tatsächlich verfehlte das in den USA seine Wirkung nicht, was sich unter anderem in zahlreichen Spekulationen in Internet-Foren manifestierte.

 

Insgesamt schafft die vertrackte Kampagne, die bishin zur pseudojapanischen Werbeseite eines fiktiven Getränks reicht, vor allem eines: Interesse. Waschmittelwerber könnten sich davon einmal ein Scheibchen abschneiden.

 

Gefunden auf: moviegod.de




Sims in Hollywood
Insights/Mixed Stuff


simsparty.jpgNein, das ist kein neues Zusatzpackage des Computerspieles „Sims 2 ", auch wenn es so klingt. Diesmal ist es Realität. 20th Century Fox hat sich die Filmrechte an dem Computerspiel-Klassiker gesichert.
Das berühmte Computer-Spiel verkaufte sich schon über 80 Millionen Mal, also warum sollte es nicht auch als Kino-Film Geld einbringen? Bei den Spielen Tomb Raider und Resident Evil hat es doch auch geklappt.
Wie sieht ein Sims-Film wohl aus?
Klar ist, dass es keine Animationsfilm wird, sondern ein mit echten Schauspielern gedrehter.
Was ist so besonders an einem Film über das Leben? Haben die Personen auch grüne Diamanten über ihren Köpfen und wird die Musik im Film auch so nervig wie im Spiel?
Wird der Film lustig, traurig oder einfach nur „echt"? Oder so etwas wie Big Brother?
So viele Fragen, wir können gespannt sein und das Beste hoffen.
Computer-Spiele verfilmen hat sich bewährt, leider haben andere Spiele einen großen Vorteil gegenüber den Sims: Sie haben eine Geschichte. Der einzige Auftrag den der Spieler bei den Sims hat, ist sie am Leben zu erhalten.
thesims.jpg Natürlich kann man tolle Geschichten erfinden und diese dann verfilmen, aber dazu braucht man doch nicht die Sims als Hauptcharaktere, oder doch?
Sobald Hollywood eine lustige, traurige, „echte", Liebes- Aktion- Krimigeschichte verfilmt, Menschen als Darsteller nimmt und sonst auch alles normal aussehen lässt, bleibt von dem Sims auch nur mehr der Name als Erkennungszeichen.
Aber bei Millionen verkauften Spielen, bringt vielleicht sogar der Name allein schon einige Zuschauer ein.
Die Filmindustrie befindet sich scheinbar in einer Sackgasse. Dieser Sommer ist die Jahreszeit der Fort-Fortsetzungen. Mit Fluch der Karibik 3, Stirb langsam 4.0, Spiderman 3, Harry Potter 5 u. A. wird ein Filmsommer der Fortsetzungen eingeleutet und auch sonst haben sich bis jetzt keine neuen grandiosen Ideen entwickelt. Die Geschichten sind immer die selben, es werden nur mehr Spezial Effekte eingebaut, die aber die Seher nicht mehr wirklich verblüffen.
Bei so einem Engpass, setzt man dann gerne auf bekannte Namen, aber wer weiß, man soll ja die Hoffnung nie aufgeben, vielleicht hat Hollywood noch ein Ass im Ärmel.




Talent borrows, Genius steals
Insights/Campaigns


Be Kind RewindEs war einmal ein Mann, der versehentlich sämtliche Videokassetten der Videothek eines Freundes ruiniert hatte. Um jedoch dessen beste Kundin – eine bereits etwas betagte Dame – nicht zu verlieren, spielten die beiden die von ihr gewünschten Filme einfach nach. Das ist der Inhalt einer Komödie namens „Be Kind Rewind“, deren Witz darin liegt, dass die Protagonisten (u.a. gespielt von Jack Black) natürlich nur verblüffend schlechte Imitationen fabrizieren. Um den Ende Januar in den USA in die Lichtspieltheater eintrudelnden Film würdig zu promoten, wurde eine witzige Website ins Netz gestellt.

Genauso wie im Film wird auch hier alles bloß nachgestellt – nur eben keine Filme, sondern das Internet. Dabei gibt es etwa Plagiate von bekannten Plattformen wie Google und myspace zu bewundern. Der Charme daran ist freilich das bewusstThey need help tölpische Design, mit dem man den Vorbildern hier nachzueifern versucht. Selbst die Hochpreisprodukte von Apple verlieren auf dieser Microsite jedwede Aura von Noblesse. Man kann diesem kleinen Universum des parodierten Internet in Form von Jpegs auch selbst „geswedete Webseiten“ hinzufügen. Fast schon zu den Standards viraler Microsites gehört da schon das Feature, dass man unter der Rubrik „swede youself“ sein eigenes Konterfei auf Videokassettenhüllen bannen kann.

Fazit: Eine witzige virale Kampagne für einen offenbar leichtverdaulichen Film mit witziger Grundidee. Stellt sich abschließend bloß die Frage, ob die jüngere Internetuser und Kinogänger noch wissen, was Videokassetten überhaupt sind.

Gefunden auf: bekindmovie.com 

 

Google

 




Wählen im Kino
Insights/Campaigns


 

Voten im KinoEs wird Finster, es kommen ein/zwei Werbungen für Cola und den Laden ums Eck, ungefähr zehn Teaser für andere Filme (wobei man jedes Mal glaubt, dass diesmal der „Echte" beginnt) und dann startet die eigentliche Zelluloidvorführung, wegen der man überhaupt gekommen war. Währenddessen wird man wahrscheinlich noch ein paar hundert Mal Zeuge von Product Placement, was man jedoch meist nicht merkt, weil die reale Welt ohnehin noch viel verseuchter von Brandings ist als jene in Filmen.

So sieht in der Regel ein normaler Kinobesuch aus. Eigentlich erstaunlich, dass Johnalternative Werbeformen vor dem Kino bislang scheinbar vollkommen halt gemacht haben. Dass es auch anders gehen kann, zeigt eine Werbekampagne der Agentur AgenciaClick in Brasilien. Im Auftrag von Fiat wurde für das neue Modell „Idea Adventure" eine Werbekampagne entwickelt, die die Zuseher in nie zuvor da gewesener Form in das Medium Film einbindet.

Nach dem Hauptfilm wurde ein insgesamt sechs Minuten langer Werbefilm gezeigt, dessen Verlauf die im Saal sitzenden Zuschauer selbst mitbestimmen konnten. Dabei wurden sie aufgefordert sich für eine der 16 Handlungsalternativen zu entscheiden und via SMS mitzubestimmen. Über die Handlungsstränge, für die es www.ideaadventure.comsich zu entscheiden galt, wurden die Zuschauer bereits vor dem Hauptfilm in einem normalen Spot aufgeklärt. Konkret ging es darum, welche Richtung der Tagesablauf von Protagonist „John" einschlagen sollte. Nach dem Hauptfilm gab's schließlich die demokratisch legitimierte Auflösung und zudem die Aufforderung, die Website www.ideaadventure.com zu besuchen, um einen weiteren Tag von John mitzuerleben, wo man sich auch wieder als „Regisseur" betätigen kann.

Ob es wirklich lustig ist im dunklen zu sitzen und mittels SMS für den Ausgang Der Fiat Idea Adventure von hinteneines Werbespots zu voten, ist fraglich. Vielleicht entsteht dabei ja so etwas wie eine Art „gedämpfter Stadionatmosphäre", vielleicht wird es aber auch bloß als nervige Albernheit empfunden? Viel fraglicher allerdings ist, ob der Ausgang von Johns Tagesablauf wirklich etwas mit den gesendeten SMS zu tun hatte, oder ob dies nicht doch nur reine Show war. Im Falle einer Wiederholung könnte das allerdings in zweitem Fall für den Werber ziemlich peinlich werden. Schließlich wäre dies mittels kollektiver Koordination im Kinosaal vergleichsweise einfach zu überprüfen - im Gegensatz beispielsweise zu anonymen Internetabstimmungen.

Die Ambition, eine neue Werbeform ins Kino zu bringen, ist zumindest einmal erfrischend. Und hey: Immerhin kennen jetzt sogar WIR den neuen Fiat Idea Adventure!

Gefunden auf: xonio.com 






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