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Billa, sagt der Hausverstand
Insights/Campaigns


Hausverstand"Der Hausverstand ist in Österreich leider kein gefragter Ratgeber," heißt es in der neuesten Billa Kampagne. Diese läuft nun schon seit einigen Wochen und mehr themenbezogene Werbespots, Radiospots und Plakate sind geplant.
In einem Werbespot lernt man eine junge Frau beim Sport kennen, die keuchend und mit gequältem Gesichtsausdruck ihre Übungen macht. Ein Mann, der auch Bankberater sein könnte, aber in Wirklichkeit der personifizierte Hausverstand ist, flüstert ihr von der Seite ins Ohr. Sie erzählt, dass ihr Hausverstand ihr zum Sport geraten hat, aber das sei nur die halbe Miete.
Im Großen und Ganzen eine wahre Aussage, aber positiv kommt sie jetzt nicht bei mir an. Beim gleich thematisierten Radiospot quält die Frau sich als wäre sie dem Tode nahe und auf den Werbeplakaten starrt sie ins Leere als wäre sie von ihrem Hausverstand ferngesteuert oder von irgendeiner Substanz benebelt, was ich ihr auf Grund ihrer Qualen überhaupt nicht übel nehmen würde.
In weiteren Werbebotschaften, für insgesamt 27 Mio. Euro, wird uns erzählt, dass Qualität nun mal was kostet und eben auch, dass der Hausverstand in Österreich kein gefragter Ratgeber ist. Man sehe das ja in der Politik, der Ernährung und wie wir mit unseren Ressourcen umgehen, sagt uns Billa. Was soll denn das heißen?
Viele Konsumenten fühlen sich beleidigt, was man vielleicht auch verstehen kann, denn der liebe Hausverstand ist leider nicht sehr sympathisch. Er belehrt mehr als er berät und wer will schon von einer Supermarktkette belehrt werden?
Im Moment ist der Slogan „Billa, sagt der Hausverstand" nur ein Wunschtraum des Managements. Mit der Realität hat das nichts zu tun.
Vor allem weil es nicht selten vorkommt, dass in manchen Billa-Märkten in der Obstabteilung schon mal etwas schimmelt und neben den „frisch gepressten Fruchtsäften" jetzt auch essfertige Sachertortenstücke mit Gabel und Schokoladen-überzogene Obststangerl neu dazugekommen sind. Der Hausverstand sagt, lebe gesund, Billa stellt uns auf die Probe mit Kalorienbomben.
Billa versucht sein Image weg vom „billigen Laden" hin zu Qualität und gesund zu trimmen. Sie haben genug vom schweren Preiskampf und möchten das Vertrauen der Österreicher gewinnen. Leider passt die Realität noch nicht mit der Werbelinie zusammen.
Wir können aber hoffen, dass sich das bald ändert, denn Billa will laut der neuesten Werbung auch etwas mehr auf „healthy choices" Screenshot aus dem 2. Werbespot mit dem Hausverstandbauen. Das sind zum Beispiel gesunde Alternativen zu den Süßigkeiten an der Kasse.
Ich für meinen Teil bin vom Hausverstand schon ordentlich genervt, er kratzt irgendwie an meinem Stolz. Aber ich fürchte, wir müssen lernen miteinander auszukommen.
Der Hausverstand ist in Österreich eingekehrt und scheint freiwillig auch nicht wieder gehen zu wollen.
Obwohl die Hausverstand-Werbung nicht besonders lustig, schön anzusehen oder sympathisch ist, hat ihre Dreistigkeit und Originalität gesiegt.
Sie läuft noch nicht so lange, aber die meisten Leute wissen jetzt, der Hausverstand ist männlich, mittleren Alters und arbeitet für Billa.
Ich warte sehnlichst auf die Frau „Bauchgefühl" von einer anderen Lebensmittelkette, die uns zum Schlemmen und Wohlfühlen verführen will.

Auch hier ist noch nicht viel vom Hausverstand zu sehen: www.billa.at




Coca Cola verklagt Coke Zero
Insights/Campaigns


Kontroversen im Coke-ManagementKlagen in der freien Wirtschaft sind ja nicht ungewöhnlich. Alleine so viel Geld, wie es beispielsweise YouTube anderen Medienkonzernen wegen Urheberrechtsverletzungen theoretisch mittlerweile schuldet, muss erst erfunden werden. Wenn allerdings ein Konzern seine eigene Marke verklagt, dann ist das schon etwas seltsam. So gesehen bei cocacolazero.com. Coca Cola ZeroUnter anderem dokumentiert die Seite per versteckter Kamera, wie sich die Leute bei Coca Cola juristisch den Gar ausmachen wollen.

Natürlich ist das bloß ein absurder Markentingscherz, der auf raffinierte Art und Weise seine Message kommuniziert: Coke Zero schmeckt genauso wie Coke. Nur statt einfach nur den USP sinnlos zu beteuern, wie es auch heute noch in der Werbung so erstaunlich oft gemacht wird, wusste man bei Crispin, Porter & Bogusky die Botschaft auf witzige Art und Weise auf den Punkt zu bringen.

Coke versus Coke Zero

Ob das allerdings wirklich reichen wird, Coke Zero als Marke zu etablieren, ist zu bezweifeln. Denn schon der Grundgedanke hinkt beträchtlich: Coca Cola Light hat ein „Frauen-Image". Also nahm man das Coca Cola(mehr oder weniger) gleiche Getränk nochmals her und versucht nun, diesem ein Image zu geben, sodass es für 20 bis 29-jährige Männer interessant wird. Wenn da nur mal kein Denkfehler bezüglich Ursache und Wirkung besteht. Beim Produkt selbst sieht die Coca Cola Company den Unterschied offiziell darin, dass Coca Cola Light über „eigenen einzigartigen Geschmack" verfüge, während Coke Zero „fast wie die klassische Coca-Cola" schmecken soll. Warum ersterer älter und weiblich, zweiterer jünger und männlich ist, sollte vielleicht auch mal jemand erklären.New Coke

Tatsache ist, dass mit echtem Zucker gesüßte Getränke besser schmecken als künstlich gesüßte. Wer also zu den Zuckerfreien greift, tut das zumeist aus gesundheitlichen Gründen, auch wenn mittlerweile nicht mehr ganz unbekannt ist, dass künstliche Süßstoffe bei der Mast verwendet werden, da sie appetitanregend wirken sollen.

Ob "echter Geschmack und zero Zucker" bei den Coca Cola-Managern wirklich realistische Erwartungen geweckt hat, bleibt jedenfalls fraglich. Im Zweifel kann Coca Cola Coke Zero ja immer noch klagen. Oder die Marke einfach wieder einstellen.

Gefunden auf: cocacolazero.com




Eine Filiale in der Garage
Insights/Campaigns


Allstate veröffentlicht eine neue Webseite auf der man sich sein individuelles Motorrad selbst zusammenbauen kann.
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iPhone OVERKILL?
Insights/Products


Bilder vom...Was waren wir nicht alle begeistert, als das iPhone erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde! Es schien beinahe so, als hätte Apple das Produkt Mobiltelefon quasi neu erfunden. Kein Handy zuvor sah so edel aus, keines war auch nur annähernd so innovativ. Vergleichbare Premium-Modelle von Marktführer Nokia wirkten neben dem iPhone nur noch wie alte deutsche Dieseltaxis, die zuhauf durch europäische Großstädte tuckern. Alleine die Bedienung, die neben bloß einer Wippe und einem Schieberegler sonst ausschließlich via Multi-Touch-Screen erfolgt, setzte neue Maßstäbe. Kaum jemand konnte dem Zauber des bunten Farbdisplays mit einer Auflösung von 320 x 480 Pixeln nicht einen gewissen Zauber abgewinnen, noch dazu, wo es sich doch sogar an die entsprechende Haltungsposition anpassen kann.

Doch mittlerweile ist seit der ersten Präsentation am 9. Januar 2007 schon fast ein Jahr vergangen – fast ein Jahr und sehr, sehr viele Medienberichte, was unter anderem den schleichenden Markteinführungen (29. Juni in den USA, 9. November in Deutschland, 27. November in Frankreich...) zu verdanken ist. Doch so klein kann offenbar ohnehin ein Markt gar nicht sein, dass die dortige Einführung des iPhones keinen Nachrichtwert hätte. Aber auch sonst gab und gibt es immer viel zu berichten, wie beispielsweise die drastische Preissenkung Anfang September, was nicht nur viele Erstkunden aus verständlichen Gründen verärgerte, sondern auch zahlreiche Anleger grundlos verunsicherte.

Mit der Markteinführung in unseren Breitengraden verdichtet sich der Newsflow über das iPhone derzeit ganz besonders. Neben sonstigen Vorwürfen über...iPhone... vermeintliche Bugs, Spionagetools und umweltfeindliche Inhaltsstoffe, die es bei anderen Produkten niemals in eine Nachrichtensendung schaffen würden, geraten nun anlässlich der einstweiligen Verfügung des Landgerichts Hamburg gegen den an T-Mobile-Verträgen gebundenen Verkauf des iPhones auch die Geschäftspraktiken des Apple-Konzerns zunehmend ins Zentrum öffentlichen Interesses. Und gerade diese können im Fall von Apple nur mit äußerstem Wohlwollen als imagefördernd angesehen werden. Es wirkt bereits manchmal fast so, als wäre Apple das neue Microsoft.

Unterdessen wird versucht, die Aufmerksamkeit mit einer Werbekampagne wieder auf das Produkt an sich zu lenken. Doch sowohl hüben wie drüben glänzt diese nicht gerade mit überbordender Kreativität. Man könnte fast meinen, dass es sich dabei um die erste Kampagne handelt, die dazu geeignet ist, das Interesse von einem Produkt eher abzubauen als anzuheizen. Kommentatoren in Blogs und Foren iPhoneWerbung in den USAscheint die Werbelinie jedenfalls eher wenig zu überzeugen.

Vielleicht hat das aber auch einen anderen Grund: Könnten wir mittlerweile bereits etwas überreizt vom iPhone sein? Denn bad News sind bekanntlich good News und kaum ein Produkt hat so unglaubliche mediale Wellen geschlagen wie das Apple-Handy. Was übrigbleibt scheint ein diffuses Grundgefühl zu sein, wonach das iPhone lauter Probleme macht, selbst wenn man es gar nicht besitzt. Zudem droht bereits jetzt der Reiz des Neuen verloren zu gehen. Zwar ist es nach wie vor das Smartphone von größter technischer Noblesse, allerdings hat man es als Durchschnittsmedienrezipient auch schon wirklich oft gesehen, was der mindestens 399 Euro teuren Faszination nicht gerade zuträglich scheint (in den USA kostet das iPhone mit AT&T-Vertrag übrigens 399 Dollar, womit Apple wohl das einzige Unternehmen ist, das den Euro-...kennt man ja mittlerweile zur genügeDollar-Kurs bei 1:1 stehen sieht).

Sicher, kaum wer zweifelt noch daran, dass das vieldiskutierte iPhone auch bei uns wie eine Bombe einschlägt. Allerdings könnte man vielleicht auch einmal zu bedenken geben, ob es nicht auch einmal angebracht wäre kurz vor einem Schaufenster stehen zu bleiben, um die dort friedlich verweilenden Handys von Sony Ericsson, Nokia, Siemens & Co. mit einem respektvollen Blick des Dankes für ihre geringe Penetranz zu würdigen.

Gefunden auf: consumerist.com 






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