Wie sagt man so schön...Handys sind die einzige Sache auf der Welt, bei der Männer vergleichen, wer das kleinste hat. Damit ist aber nicht genug!
Seit einiger Zeit hat es sich angebahnt, begonnen hat es eigentlich harmlos. Handys mit polyphonen Klingentönen - nervig, aber witzig. Handys mit Internetzugang. Handys mit einer Möglichkeit, Bilder mit etwa 100 Pixeln zu machen. Handys mit Java-Spielen, mit MP3-Player, mit Kamera, mit Navigationsgerät,...und natürlich: immer alles möglichst klein.
Apple ist in dieser Hinsicht scheinbar aus Prinzip schon recht extrem, denken wir nur an den etwa zehn Zentimeter langen und halb so breiten Ipod Video oder an diesen streichholzschachtelkleinen Ipod, der gerade mal Platz für ein paar Tasten lässt.
Es muss tatsächlich einen gigantischen Absatzmarkt geben, einen Berg von Menschen, die am liebsten das Gefühl haben, ihre Unterhaltungselektronik unterwegs verloren zu haben, da sie selbige kaum noch spüren. Was die Technik erlaubt, muss herangeschafft werden.
Was erlaubt die Technik nun aber? Wann sind die Grenzen erreicht? Jetzt? Vielleicht. Auf der „Macworld 2007" wurde mit großem Tamtam und einer stundenlangen Show der Herkules der Unterhaltungselektronik vorgestellt: Eine Mischung aus Ipod, Telefon und Internet - das Iphone. Fernsehen, telefonieren, im Internet surfen und was das Herz sonst noch alles begehrt ist ab sofort auch in der U-Bahn möglich. Und am Klo. Und wo auch immer.
Und da Mobilität nicht mit Sperrigkeit zu vereinen ist, ist das Iphone gerade mal so groß wie eine Hand, dabei aber so flach wie ein Stück Papier (das ist vielleicht übertrieben...) und besteht eigentlich nur aus einem farbenprächtigen Display.
Ich will jetzt gar nicht aufzählen, was der tastenlose „Superman" alles kann, was den Preis von knappen 500 bzw. 600 US-Dollar rechtfertigen soll. Die Frage bleibt: Wohin soll das führen, wo ist denn nun die Grenze? Und: brauchen wir das wirklich?
Es war schon immer ein Menschheitstraum, Grenzen auszutesten, vor allem um festzustellen, dass diese Grenzen reine Fantasiegebilde waren, bereits in dem Plan aufgestellt, sie einmal zu durchbrechen. Was, wenn nicht das, treibt uns an - selbstgesteckte Ziele zu erreichen und darüber hinaus zu schießen?
Ist es wirklich ein derart inniger Wunsch der Leute, Dinge, die sie schon haben, in schlechterer Form - aber dafür in einem Gerät vereint - zu besitzen? Oder geht es dabei einfach nur um diesen Quasi-Urinstinkt, Sammlertrieb, Haben-wollen? Man darf gespannt sein, wie die Werbekampagne aussehen wird, vielleicht nimmt sie ja auf ebendiese Fragen Bezug.
Dennoch bleibt auch am Schluss noch eine Frage offen: In dieser Welt aus „Geräten-die-die-Welt-nicht-braucht-aber-haben-will", wann kommt einmal wieder eine Erfindung, ohne die zivilisiertes Leben praktisch unmöglich ist? Und - welche Innovationen können sich bis dato dazuzählen? Was kommt nach dem Iphone, wo ist die neue Grenze?
und für alle die nicht warten können : iphonecountdown.com
Quelle: www.engadget.com