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Web2.0 Finale 2008: Wikipedia vs. Knol
Geschrieben von: Tom Moschig   
Montag, 28. Juli 2008 um 10:53

Was bitte ist Knol? Bevor Sie nun auf Wikipedia dieses Wort nachschlagen –sie tun dem armen Knol damit keinen Gefallen!!- lassen sie sich diese beiden Giganten des Wissens vorab gegeneinander matchen.

lexikon_.jpgKnol ist ein „Wissensportal“, so wie Wikipedia auch eines ist, quasi also Kontrahenten (daher "Knol" auf Wikipedia nachschlagen kein feiner Zug). Nachdem Konkurrenz sehr gut, belebend und erfrischend auf die Kundschaft wirkt, macht uns jede Abwechslung zu bisher Bewährtem doch neugierig. Die vermeintliche Wikipedia-Konkurrenz Knol versteht sich als Projekt des Unternehmens Google Inc., beinhaltet etliche informative und wissenswerte Texte und ist bereits seit Dezember letzten Jahres „heraußen“, also am Aufwärmen im sportlichen Sinn.

 

Ab geht’s ins Duell:

wikipedia.pngDer Lokalmatador im Internet, Wikipedia, besticht durch einen guten ersten Ausdruck. Smarter Name, der die Wörter „schnell“ (hawaiisch: „wiki“) und Nachschlagwerk, Lexikon (englisch: „encyclopedia“) vereint. Die „schnelle Enzyklopädie“ rutscht leicht von der Zunge.

Anders der Herausforderer. Abgeleitet vom englischen Wort für „Wissen“ (knowledge), besteht zunächst sogar etwas Verwirrtheit über die Aussprache des Wortes für nicht Englisch-Sprechende Menschen. Von „Knool“ bis „Knoll“ spricht man gleich einmal aneinander vorbei auch wenn man über dasselbe spricht. Die Auflösung der Aussprache steckt natürlich -erraten!- eben in der Etymologie des Wortes, das da lautet: Ausgesprochen „Nol“, englische Abkürzung für Knowledge.

Fehlstart: 1-0 für „Wiki“

Jetzt bedarf es eines Konters:

knol.jpgDie Defensivmängel Wikipedias heißt „Wissensterrorismus“. Praktisch kann jedermann und „frauensgleichen“ einen Text über jedes x-beliebige Thema aufsetzen. Den Widerspruch zum Korrekturlesen der Texte findet man unter bekannten Wiki-Fauxpas, die immer wieder aufgedeckt werden. Knol glänzt hierbei als äußerst verlässliche Quelle. Damit man Knol-Autor werden kann, braucht es einen Google-Account. Anonymität ist passé, wenn man Autor werden will, muss man sich auch zwangsläufig einen Namen machen! Die Verantwortung für Texte und Inhalte liegen bei den Verfassern. Auch manipulations- und rechtschreibaufdeckende und dennoch unbekannte neue Softwares können nichts daran ändern:

Ausgleich: 1-1

 

Der Underdog kommt nun richtig in Fahrt:

google_dna_dw_wirts_207032g.jpgEin nettes Einkommen kann sich jeder Autor auch noch sichern. Werden google-ads, also Werbung in eigener (Google-)Sache gemacht, an die Texte, so genannte „knols“ getaggt, so schüttet das Unternehmen nun großzügigerweise Gewinnbeteiligung aus. Großartige Mitarbeitermotivation vs. Wiki und die starken anonymen Männer (und Frauen)

2-1 für Knol.

Allerdings sehr abseitsverdächtig, denn zu viel Kommerz, wo eigentlich Wissen gesucht wird, hat einen deutlichen negativen Nebeneffekt.

 

Eine Sensation bahnt sich an! Man darf sich jetzt nur nicht selber ein Ei legen:

Bisher konnte der Wissbegierige Internetnutzer ein Wort einfach googlen. Doch woher kam postwendend innerhalb Sekundenbruchteilen die Antwort? – Von Wikipedia. Daran arbeitet Google jetzt natürlich massiv und möchte Infosuchenden nun ins eigene Google-versum umleiten.

Beinahe ein Eigentor: Weiterhin 2-1

 

Doch nun kommt die tragende Rolle des Routiniers zur Geltung:

knol_hp.jpgBesucht man nun zum ersten Mal die Seite des „Google-Projektes“ fällt dem „not English-native speaker“ abermals auf, dass diese Seite nicht nur bei Weitem nicht so einladend wirkt, wie der „Wiki-Stiefbruder“, sondern auch dezent in der einsprachigen Englisch-Beta-Version gehalten wird. Vorerst. Eine Kinderkrankheit? – Zumindest überzeugt im Gegensatz dazu Wikipedia mit nicht weniger als ca. 80 großen Sprachen (Sprachen mit mehr als 10 000 Artikeln auf Wikipedia) und etlichen „kleineren Wikipedias“ (Sprachen mit weniger als 10 000 Artikeln pro Sprache).

Was für ein überzeugender Treffer: 2-2, Ausgleich!!

 

Die Nachspielzeit hat begonnen:

Jetzt nimmt der Hausherr das Heft in die Hand. Erfahrung ist gefragt. Über die Jahre hinweg, die Wikipedia am Markt ist (und das bereits seit 2001), konnte kein Portal Wikipedia an Vielfältigkeit übertreffen. Über 2,4 Millionen Texte (allein in Englisch gehalten) sprechen eine beindruckende Sprache. Die tollen Querverweise, Links und Verknüpfungen schaffen lückenlosen Aufschluss über Sachgebiete.

Die Vorentscheidung: 3-2, zum „narrisch“ werden möchte man fast sagen.

Zusammenfassend befinden sich Knol noch in den Kinderschuhen und wird sich vielleicht vom Stiefbruder zum guten Partner mausern. Wikipedia ist und bleibt vorerst die große Nummer eins und erste „Anzapfquelle“.

 

Der Endstand ist jedoch ein anderer als vielleicht vermutet 3-2 für Wikipedia

In Wahrheit gewinnt WISSEN mit 5-0 (wie auch sämtliche Internetuser, die sich solcher Portale oder Wissensbörsen bedienen).

 

Gefunden auf: Futurezone

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Knol  Wikipedia  Wissensportal 

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