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Geschrieben von: Rafael Buchegger
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Donnerstag, 24. Juli 2008 um 23:14 |
Jeder mag Delfine: Sie sind niedlich, umgänglich, witzig und einnehmend. Dass sie so beliebt sind, liegt wohl vor allem daran, dass sie als wahrscheinlich einziger Meeresbewohner wirklich Spaß daran zu haben scheinen, mit Menschen zu interagieren – so, wie etwa auch Hunde und Katzen. Trotzdem haben es die putzigen Meeressäuger nicht leicht mit uns. Mit einer cleveren Kampagne versuchte eine neuseeländische Agentur im Auftrag des WWF, ihr Leid nachvollziehbar zu machen.
Jährlich verfangen sich tausende von ihnen in immer gewaltiger werdenden Schleppnetzen der industriellen Fischerei und gehen dabei elend zugrunde. Doch wie kann es eigentlich sein, dass Menschen anderen Lebewesen großes Leid zufügen, die sie im Grunde doch mögen? Diese Frage, die die menschliche Geschichte begleitet wie kaum eine andere, ist sicherlich mannigfaltig beantwortbar. Ein Phänomen, das Neurowissenschaftler mittlerweile nachweisen konnten, sollte in diesem Zusammenhang jedoch für Tierschützer besonders interessant sein: Wenn wir etwa zusehen müssen, wenn anderen Menschen Schmerzen erleiden, gehen wir bei der Beurteilung des empfundenen Leides von unseren eigenen Körperempfindungen aus. Unser Mitleid hängt also davon ab, wie wir gewisse Empfindungen selbst empfinden würden.
Das funktioniert zwischen Menschen bekanntlich einigermaßen gut, bei Tieren jedoch schon deutlich schlechter. Während wir also sehr gut den Schmerz mitfühlen können, wenn sich jemand mit dem Hammer auf den Finger schlägt, können wir höchstens erahnen wie sein muss, sich mit seinem Maul und seinen Flossen i n einem Schleppnetz zu verheddern. Genau das jedoch führte die Agentur Saatchi & Saatchi New Zealand vor, indem sie Modelle von Delfinen nicht etwa irgendwo an eine Plakatwand, sondern direkt an einen ganz normalen Maschendrahtzaun anbrachten – ganz so, als wären sie darin gefangen. Die abstrakten Nöte von „Quasi-Fischen“ wurden damit für jedermann gut nachvollziehbar in die Lebensrealität von uns Menschen geholt.
Bleibt nur zu hoffen, dass die Kampagne, die eine entsprechend strenge Gesetzgebung für die Fischerei zum Ziel hatte, letztlich auch tatsächlich zum Erfolg führt. Von den Maui-Delfinen, deren Leid in der Kampagne konkret angesprochen wurde, soll es laut dem World Wide Fund For Nature bereits bloß noch 111 Exemplare geben.
 Gefunden auf: adsoftheworld
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