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iPhone OVERKILL?
Geschrieben von: Rafael Buchegger   
Freitag, den 23. November 2007 um 11:43 Uhr

Bilder vom...Was waren wir nicht alle begeistert, als das iPhone erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde! Es schien beinahe so, als hätte Apple das Produkt Mobiltelefon quasi neu erfunden. Kein Handy zuvor sah so edel aus, keines war auch nur annähernd so innovativ. Vergleichbare Premium-Modelle von Marktführer Nokia wirkten neben dem iPhone nur noch wie alte deutsche Dieseltaxis, die zuhauf durch europäische Großstädte tuckern. Alleine die Bedienung, die neben bloß einer Wippe und einem Schieberegler sonst ausschließlich via Multi-Touch-Screen erfolgt, setzte neue Maßstäbe. Kaum jemand konnte dem Zauber des bunten Farbdisplays mit einer Auflösung von 320 x 480 Pixeln nicht einen gewissen Zauber abgewinnen, noch dazu, wo es sich doch sogar an die entsprechende Haltungsposition anpassen kann.

Doch mittlerweile ist seit der ersten Präsentation am 9. Januar 2007 schon fast ein Jahr vergangen – fast ein Jahr und sehr, sehr viele Medienberichte, was unter anderem den schleichenden Markteinführungen (29. Juni in den USA, 9. November in Deutschland, 27. November in Frankreich...) zu verdanken ist. Doch so klein kann offenbar ohnehin ein Markt gar nicht sein, dass die dortige Einführung des iPhones keinen Nachrichtwert hätte. Aber auch sonst gab und gibt es immer viel zu berichten, wie beispielsweise die drastische Preissenkung Anfang September, was nicht nur viele Erstkunden aus verständlichen Gründen verärgerte, sondern auch zahlreiche Anleger grundlos verunsicherte.

Mit der Markteinführung in unseren Breitengraden verdichtet sich der Newsflow über das iPhone derzeit ganz besonders. Neben sonstigen Vorwürfen über...iPhone... vermeintliche Bugs, Spionagetools und umweltfeindliche Inhaltsstoffe, die es bei anderen Produkten niemals in eine Nachrichtensendung schaffen würden, geraten nun anlässlich der einstweiligen Verfügung des Landgerichts Hamburg gegen den an T-Mobile-Verträgen gebundenen Verkauf des iPhones auch die Geschäftspraktiken des Apple-Konzerns zunehmend ins Zentrum öffentlichen Interesses. Und gerade diese können im Fall von Apple nur mit äußerstem Wohlwollen als imagefördernd angesehen werden. Es wirkt bereits manchmal fast so, als wäre Apple das neue Microsoft.

Unterdessen wird versucht, die Aufmerksamkeit mit einer Werbekampagne wieder auf das Produkt an sich zu lenken. Doch sowohl hüben wie drüben glänzt diese nicht gerade mit überbordender Kreativität. Man könnte fast meinen, dass es sich dabei um die erste Kampagne handelt, die dazu geeignet ist, das Interesse von einem Produkt eher abzubauen als anzuheizen. Kommentatoren in Blogs und Foren iPhoneWerbung in den USAscheint die Werbelinie jedenfalls eher wenig zu überzeugen.

Vielleicht hat das aber auch einen anderen Grund: Könnten wir mittlerweile bereits etwas überreizt vom iPhone sein? Denn bad News sind bekanntlich good News und kaum ein Produkt hat so unglaubliche mediale Wellen geschlagen wie das Apple-Handy. Was übrigbleibt scheint ein diffuses Grundgefühl zu sein, wonach das iPhone lauter Probleme macht, selbst wenn man es gar nicht besitzt. Zudem droht bereits jetzt der Reiz des Neuen verloren zu gehen. Zwar ist es nach wie vor das Smartphone von größter technischer Noblesse, allerdings hat man es als Durchschnittsmedienrezipient auch schon wirklich oft gesehen, was der mindestens 399 Euro teuren Faszination nicht gerade zuträglich scheint (in den USA kostet das iPhone mit AT&T-Vertrag übrigens 399 Dollar, womit Apple wohl das einzige Unternehmen ist, das den Euro-...kennt man ja mittlerweile zur genügeDollar-Kurs bei 1:1 stehen sieht).

Sicher, kaum wer zweifelt noch daran, dass das vieldiskutierte iPhone auch bei uns wie eine Bombe einschlägt. Allerdings könnte man vielleicht auch einmal zu bedenken geben, ob es nicht auch einmal angebracht wäre kurz vor einem Schaufenster stehen zu bleiben, um die dort friedlich verweilenden Handys von Sony Ericsson, Nokia, Siemens & Co. mit einem respektvollen Blick des Dankes für ihre geringe Penetranz zu würdigen.

Gefunden auf: consumerist.com 




     

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