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Mit Suchmaschinen-Anfragen den Regenwald retten
Geschrieben von: Rafael Buchegger   
Freitag, den 11. Dezember 2009 um 01:31 Uhr

Bisher war Klimaschutz für Einzelpersonen meist mit höheren Kosten und Mehraufwand verbunden. Eine neue Suchmaschine soll das nun ändern: Ecosia verspricht nichts Geringeres als die Rettung von Regenwald. Jede einzelne Suchanfrage soll dabei mithelfen.

EcosiaWer kein Auto besitzt, Flugreisen meidet und stattdessen die meiste Zeit vor dem Computer verbringt, könnte auf die Idee kommen, ein Musterknabe in Sachen CO2-Ausstoß zu sein. Doch weit gefehlt: Eine einzige Google-Suche verbraucht so viel Strom wie eine Energiesparlampe in einer ganzen Stunde. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von zwei Gramm, wie amerikanische Wissenschaftler berechnet haben. Das mag zwar zunächst nicht sonderlich bedrohlich erscheinen; bei tagtäglich vielen hundert Millionen Google-Suchanfragen alleine in Europa – die Schätzungen gehen diesbezüglich auseinander – lässt sich jedoch erahnen, dass auch dieses Kleinvieh jede Menge Mist macht.

EcosiaImmerhin errichtete Google auf seinem Firmengelände in Mountain View einen Solarpark, der rund ein Drittel des Strombedarfs des Internet-Riesen decken können soll. Doch nun könnte Google in Sachen Klimaschutz ernsthafte Konkurrenz bekommen. Anlässlich der Klima-Konferenz in Kopenhagen ging eine neue Suchmaschine online, die den Klimaschutz zum obersten Ziel hat. Ecosia heißt die neue Suchmaschine, die nach eigenen Angaben mit Ökostrom betrieben werden soll. Doch das ist eigentlich bloß ein Seitenaspekt. Der wahre Clou an der Sache: Wer Ecosia benutzt, rettet den Regenwald.

Dabei bedient sich Ecosia dem gleichen Prinzip wie Google: Pro Suchanfrage verdient die Suchmaschine dank gesponserter Links 0,13 Cent, die zu 80 Prozent an ein WWF-Regenwaldprojekt im südlichen Amazonasgebiet fließen sollen. „Wenn nur ein Prozent aller Internet-Nutzer mit Ecosia sucht“, rechnen die Betreiber in einem Werbevideo vor, „können wir jedes Jahr eine Regenwaldfläche so groß wie die Schweiz retten“:

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Sollte Ecosia wirklich halten, was es verspricht, dann ist der Slogan „Umweltschutz war noch nie so einfach“ tatsächlich keine Untertreibung: Während bislang nachhaltiges Konsumverhalten bloß jenen vorbehalten war, die dafür das notwendige Kleingeld übrig hatten, kann in diesem Fall ausnahmslos jeder Webuser seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Mit der Löschung der nutzerbezogenen Daten nach maximal 48 Stunden bietet die Suchmaschine sogar einen Wettbewerbsvorteil im Vergleich zu anderwärtigen Diensten.

Nutznießer ist also nicht nur der Regenwald, sondern jeder einzelner Internet-Nutzer selbst – in mehrfachem Sinne.

Gefunden auf:
http://www.geo.de
Textquellen:
http://www.geo.de
http://ecosia.org
Bildquellen:
http://www.youtube.com
http://ecosia.org




         

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