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Hack the Debate
Geschrieben von: Katharina Peschl   
Mittwoch, den 08. Oktober 2008 um 20:13 Uhr

Der US-Präsidentschaftwahlkampf steht ganz und gar unter dem Licht des Internets. User participation ist das Codewort, sprich: Wozu passiv sein, wenn es doch so simpel ist, aktiv zu werden. Mit einem Social Media Projekt von Current TV und Twitter namens „Hack the Debate" kann das Ganze auch noch ziemlich amüsant werden. Und ehrlich!

„Hack the Debate" zielt besonders auf politikfaule Jungwählerinnen und Jungwähler ab, prinzipiell aber natürlich auf jeden, der eine Meinung hat und diese kundtun will. Aber kommen wir erst einmal zur grauen Theorie: Current TV, ein per Kabel oder Satellit empfangbarer Sender überträgt die Präsidentschafts-Debatten - natürlich auch im Internet, keine Frage. Twitter, eine so genannte Micoblogging-Plattform (maximal 140 Zeichen pro Nachricht sind erlaubt), um aktuelle Statusmeldungen zu übertragen (Wie schmeckt meine Suppe, wie laut war mein Pups,...) erlaubt durch eine spezielle Funktion, diese Statusmeldungen als eine Art Chatfunktion live auf Current TV zu senden. Diese scheinen in Fast-Echtzeit während der Debatte auf - bei einem zu großen Andrang werden allerdings verständlicherweise nicht alle gesendet. TV und Internet bilden also eine wunderbare Two-Screen-Beziehung.

presidentes.jpgMittlerweile geht „Hack the Debate" bereits in die vierte Runde, am 15. Oktober findet die nächste Konfrontationsrunde der Präsidentschaftskandidaten Obama und McCain statt. Die Kommentare der „Twitterer", wie die Twitter-User liebevoll genannt werden, überspannen dabei alle Bandbreiten der Meinungsfreiheit, da - abgesehen von einem eventuell vorhandenen Profilbild - keine persönlichen Informationen angezeigt werden. Das lässt das Zünglein oder in diesem Fall das Fingerlein gleich viel lockerer werden!

Da aber, wie erwähnt, durch den großen Ansturm nicht alle Kommentare live gesendet werden können, filtert Current TV sie in Höchstgeschwindigkeit nach Relevanz und Meinungsvielfalt - wobei mittels einer Option zumindest online auch alle Kommentare angezeigt werden können.

twitter.pngcurrent_logo.jpg„Hack the Debate" macht Spaß, ist informativ und stärkt die Meinungsvielfalt und das Gefühl, etwas zu sagen zu haben, was man in vielen So called-Demokratien maximal beim Kreuzerl-auf-Stimmzettel-machen erleben darf. Meinungsforscher sind von der Idee schon einmal sehr begeistert und schwärmen von den Möglichkeiten der Publikumsanalyse. Auch stellt man sich bereits die Frage, welchen Stellenwert diese interaktive Multimedia-Funktion für eine Demokratie an sich bedeuten kann, wenn es diese Möglichkeit zur Kommentierung und (halbwegs sachlichen) Meinungsäußerung bei jedem für die Öffentlichkeit prinzipiell zugänglichen und relevanten (Regierungs-)Ereignis gäbe.

Einer der Mitgründer von Current TV ist übrigens Al „I'm the former next president of the USA" Gore himself.

 

Quelle: Huffington Post




       

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